TOURENBERICHTE
Nordrhein Westfalen: Münsterland
Unmittelbar vor den Toren des Ruhrgebiets
Das Münsterland
Sanft gewunden
Socken aus
Turm besteigen
Massive Bronzetafeln geben Auskunft über die Geschichte des Turms. So erfährt der aufmerksame Leser zum Beispiel, dass hier in den Pioniertagen des Fernsehens schon Sendeversuche getätigt wurden. Gegen eine geringe Gebühr kann der Turm auch bestiegen werden. Über die von zahllosen Schulklassen ausgetretenen Stufen erreicht man, vorbei an Wolpertingern und anderen Fabelwesen die Aussichtsplattform. Bei guter Sicht kann man von hier aus rund 50 km weit über die flache Provinz-Kulisse bis zum Kraftwerk Hamm-Uentrop, den Zementwerken in Beckum oder entgegengesetzt sogar bis zur holländischen Grenze bei Winterswijk blicken. Bei schlechter Sicht sieht man immerhin noch den in 500 m Entfernung stehenden Sendemast des WDR.
Wieder auf dem Bock erreichen wir nach kurzer Fahrt per Beschilderung den Ort Billerbeck. Er war früher zeitweise Bischofssitz und verfügt somit sogar über einen sogenannten „Hohen Dom“ mit zwei weithin sichtbaren Türmen. Der geneigte Biker stattet dem klerikalen Monumental-Bauwerk sicher gern einen Besuch ab, ansonsten geht´s weiter in Richtung Darfeld und Schöppingen. Aufgepasst: In Darfeld zunächst für 200 m in Richtung Horstmar, erst dann links ab. Auch folgen wir nach circa einem Kilometer nicht der Hauptroute links ab, sondern fahren auf der kurvenreichen Nebenstrecke bis Schöppingen, einem der schönsten Orte der Region. Hier spürt man das Flair des Münsterlandes mit seinen propperen kleinen Häuschen und dem Hang zur dörflichen Gemeinschaft mit all seiner Geborgenheit. Wer mag, kann zwischendurch einen Abstecher nach Eggerode, einem Marien-Wallfahrtsort machen. Ab Schöppingen dann in Richtung Legden.
Dorf Münsterland
Und dort tobt nun das volle Leben. Noch vor dem Ortskern erreichen wir rechts - hinter einem lärmdämmenden Erdwall versteckt – DIE Freizeit-Metropole der Region: Das „Dorf Münsterland“. Am Wochenende laufen hier ganze Kegelklubs, Vereine oder pistenwütige Singles aus dem gesamten Großraum NRW auf. In verschiedenen urigen Lokalitäten kann abgerockt, geflirtet und geschwooft werden, in jeder Altersgruppe. Wer also unseren kleinen Trip übers´s Wochenende ausdehnen will, ist im „dorfeigenen“ Hotel oder in den umliegenden Gasthöfen über Nacht bestens aufgehoben. Für den eiligen Biker jedoch geht’s durch den Ort weiter in Richtung Coesfeld. Vorbei an der Herrmannshöhe, einem Ausflugslokal links der Straße, geht´s über die B 474 nach Holtwick. Wir nehmen die erste Gelegenheit wahr, rechts nach Gescher abzubiegen und rollen gemütlich auf die Stadt zu, die durch ihre Glockengießer auch überregional zu einer gewissen Berühmtheit gelangt ist. Im Ortskern gibt es Gelegenheit, das Glocken- oder Bauernhofmuseum zu besichtigen.
Route 67
So informiert nehmen wir gern die letzten Meter bis zum vorläufigen Endpunkt unseres Trips unter die Räder. Kurz vor den Toren der Stadt Gescher liegt nämlich in Richtung Reken / A 31 unsere nächste Kaffeetränke, die „Route 67“. An schönen Tagen treffen sich hier hauptsächlich Harley-Freaks mit ihren modifizierten Custom-Bikes. Offene Rohre sind hier genauso zu finden wie zahnärztliche Instrumente als Rückspiegel. Wer braucht schon Schutzbleche, Kettenschutz oder Polsterung? Ist schon sehenswert, was die Jungs vom Land alles eingetragen bekommen (oder doch nicht?).
Wem schließlich nach soviel ländlicher Idylle der Sinn nach Trubel, Stau und Stress steht, der wird für den schnellen Rücksturz sicher die nahegelegene A 31 Richtung Bottrop wählen. Wem jedoch die Ruhe der Provinz ins Gemüt gekrochen ist, der wählt vielleicht den beschaulicheren Weg über Land via Reken – Lembeck – Wulfen – Gelsenkirchen zur A2, um heim zu Muttern zu gelangen. Eins steht jedoch fest: Einmal gefahren, macht das Münsterland süchtig! Wer den Mut hat, mit einer Karte bewaffnet einfach mal von den breiten Pfaden abzubiegen, findet selbst schöne Strecken in Hülle und Fülle. PS: Zwischen Buldern und Gescher kann die Route als willkommene Ergänzung der MSD gefahren werden! Vielleicht sieht man sich ja mal fernab von Jubel und Trubel in einer der gemütlichen alten Dorfkneipen, die hervorragenden Panhas, Wurstebrot und Buchweizen-Pfannkuchen wie früher zubereiten? Wer weiß!
Übernachtung:
In praktisch allen größeren Gemeinden (z.B. Billerbeck, Schöppingen) gibt‘s preiswerte Gasthöfe und Hotels. Das mit dem Kiepenkerl steht in Rosendahl-Osterwick, unweit von Darfeld. Nightlife am Wochenende gibt‘s in Legden!
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Nordwestlicher Teutoburger Wald T1


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