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TOURENBERICHTE

Motorradtour nach Russland und zurück

16.000 Kilometer in 32 Tagen!


16.000 Kilometer in 32 Tagen!-Motorradtour nach Russland und zurück


Ich hatte Jürgen schon lange in den Ohren gelegen, dass ich gerne mal wieder mit ihm bzw. seinem Motorradreiseunternehmen MOTTOUREN unterwegs sein möchte. Irgendwann sagte er, es würde klappen. Er stelle gerade eine Gruppe zusammen, die er zum Baikal führen würde. Ich könne mitfahren, müsse aber den Begleitbus fahren. Okay, was macht man nicht alles, nur um noch einmal dorthin zu kommen.

Wie für viele andere Menschen besitzt der Baikal für mich eine geradezu magische Anziehungskraft - der tiefste See der Erde, der 20 % allen Süßwassers speichert, die Hälfte aller Pflanzenarten an und in ihm gibt es nur hier - alles nur Superlative. Und dann die Entfernungen… Vor sieben Jahren war ich schon mal mit dem Motorrad dort gewesen, aber es zieht mich immer wieder dorthin. Also beiße ich in den sauren Apfel, opfere meinen Jahresurlaub und spiele für die „Biker“ zwischen 50 und 72 Jahren den Fahrer und Gepäckträger für ihre Ersatzteile, Werkzeuge, Klamotten und Reservekanister.

Die Reise beginnt

Die Motorradtour nach Russland beginnt in Kiel. Während einige der Teilnehmer ganz relaxt den Ereignissen entgegen blicken, lernen andere die Route auswendig. Die Maschinen glänzen und sind wie für eine Weltreise hergerichtet - Kamerahalterungen, Navigationsgeräte, Stollenreifen, eben die ganze Bandbreite an Ausrüstung. Bereits im Baltikum beginne ich den armen Jürgen zu bedauern, der als Veranstalter in meine Augen manchmal mehr Kindermädchen als Tourguide ist. Den ersten Schock erleben wir an der russischen Grenze. Zwar fahren wir an der Schlange der wartenden Autos zur Grenzabfertigung vorbei, doch nach drei Stunden Wartezeit bedeutet man uns, dass nur die Motorräder abgefertigt werden, der Tourbus aber ans Ende der Schlange zurück müsse. Fünf Stunden später sind die Motorräder in Russland, haben aber noch eine Strecke von 300 km vor sich. Für mich im Begleitfahrzeug dauert es über 20 Stunden, bis ich abgefertigt werde. Merke: 100 Jahre sind keine Zeit in Russland. Hier ticken die Uhren anders. Du musst ja nicht dahin fahren und wenn doch, musst Du Dich darauf einstellen.

Unter den 13 Teilnehmern sind viele, die „auf Arbeit“ einiges zu sagen haben. Gruppendynamisch entwickelt sich ein interessanter Prozess. Jürgen lässt bei aller klaren Struktur alle notwendige Freiheit zu. So weichen wir gleich hinter Moskau von der geplanten Route ab und genießen Weite und Natur, die man in Deutschland vermisst. Blöd nur, wenn Umwege die Fahr- und Ankunftszeiten deutlich verlängern. Es dauert aber noch bis hinter den Ural, bis aus einer Gruppe Individualisten ein Team geworden ist. Es ist schon von Vorteil, wenn man mit jemandem unterwegs ist, der Sprache, Land und Leute kennt und versteht, weiß wie sie ticken. So erhalten alle einen tieferen Einblick in das Land, erfahren, wie es diesen Menschen gelingt, mit ihrem Einkommen ihr Leben zu meistern. Aber auch, dass ein Hotelzimmer dem monatlichen Durchschnittseinkommen eines Rentners entsprechen kann. Weitere Vorteile: In der Gruppe wird man von der Polizei seltener angehalten denn als Individualreisender. Wir werden oft durchgewunken, es wird für uns sogar die Straße gesperrt. Nachteil ist, dass eine größere Gruppe weniger leicht spontane Einladungen erfährt.

Unerwartete Begegnungen

Russland erweist sich immer wieder als Land der unerwarteten Begegnungen. Als wir kurz nach dem Besuch des Dreifaltigkeitsklosters in Sergejew Possad, 70 km hinter Moskau am „Goldenen Ring“ eine Rast machen, spricht uns ein Motorradfahrer an und lädt uns zum Besuch der größten Ikonenmalerei Russlands ein. Auf dem Weg zum Hotel in Kasan folgen uns zwei junge Motorradfahrer, haben Spaß daran, mit uns zu sprechen. Prompt arrangiere ich mit ihnen eine nächtliche Stadtführung. In Ishewsk tauchen zwei Motorradfahrer vor dem Hotel auf. Im Gespräch stellt sich heraus, dass einer von ihnen in Deutschland geboren wurde. Prompt haben wir am nächsten Morgen eine Stadtführung. In Irbit besuchen wir die Schmiede der russischen Motorradmarke Ural. Ist es ein Zufall oder wie hat es Jürgen geschafft, dass wir vom Direktor empfangen werden. Der Chefingenieur macht eine Werksführung und bevor wir das Motorradmuseum besichtigen, kommt unter riesigem Presserummel noch der Bürgermeister zur Begrüßung vorbei. In der Nähe von Perm, der östlichsten Stadt Europas, besuchen wir ein ehemaliges Straflager. Das moderne Russland geht inzwischen offener mit seiner Geschichte um. Zwar wird nicht alles von Staat gefördert, aber verhindern kann man auch nicht mehr alles. Jurjatino - so nannte Nobelpreisträger Boris Pasternak das heutige Perm in seinem Roman „Doktor Schiwago“. Er beschreibt darin ein Haus so anschaulich, dass es die Bewohner von Perm sofort wiedererkannten. Wir besichtigen es im „Vorbeifahren“. Nach einem Viertel der Fahrstecke erreichen wir endlich den Ural. Von einem Gebirge zu sprechen, erscheint uns eher als Übertreibung, denn der Pass, über den wir fahren, erreicht gerade mal 500 m. Doch weiter nördlich erreicht dieses Mittelgebirge in der sonst flachen Landschaft fast 1.900 m Höhe. Der Übergang zwischen Europa und Asien ist so sanft, dass einige Teilnehmer das Denkmal, das die Grenze zwischen den Kontinenten symbolisiert, glatt übersehen. Wie schön, dass auf der anderen Seite endlich ein Ruhetag folgt.

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BILDER MOTORRADTOUR NACH RUSSLAND UND ZURÜCK

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KOMMENTARE

Juri 30.03.12
Schön geschrieben Egon. Es gibt gut das Erlebte wieder. Aber - es soll nicht abschrecken, die Motorradfahrer waren "nur" 9.000 km unterwegs. Die Rückreise nach Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein weitrer Höheunkt dieser Tour gewesen und für alle teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. Wer das auch einmal erfahren will, wir fahren in diesem Sommer wieder, siehe http://www.mottouren.de/unsere-angebote/grosse-touren.html Das Tagebuch zu dieser Reise ist zu finden unter http://www.mottouren.de/infobox/reiseberichte.html Also nur zu. das ist eine Tour, die man vielleicht nur einmal im Leben macht. Und wer sonst so auf dem Weg ist und eine Rücktransportmöglichkeit vom Baikal nach Moskau zurück sucht, meldet sich einfach bei uns. Pakka Jürgen "Juri" Grieschat
 

 
 
 

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