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TOURENBERICHTE

Motorradtour Frankreich: La Drôme

Frühling gesucht und gefunden!


Frühling gesucht und gefunden!-Motorradtour Frankreich: La Drôme


Was tun im Frühjahr die rechte Hand immer mehr juckt, der Winter in heimischen Gefilden aber einfach nicht weichen will? Da träumt man von Sonne, kurvigen Strecken und wenig Verkehr. Der Blick aus dem Fenster beschert einem dann trüben Himmel, Temperaturen unter 10 Grad und wenig Aussicht auf Besserung. Die gute Nachricht: es gibt Lösungen. Bikerszene hat eine Lösung probiert: nach Frankreich in die Region La Drôme. Und es hat hervorragend funktioniert.

 

Ausgangspunkt der Reise ist Tain l’Hermitage. In einem schmucken kleinen Hotel direkt an der Rhone verbringen wir die erste Nacht. Ruhe ist auch notwendig. Die Anreise hat sich fast über den kompletten Tag hingezogen. Knapp 750 km einfache Strecke haben wir hinter uns gebracht, die im Großen und Ganzen problemlos abgespult wurden. Einen wesentlichen Anteil daran hat das Motorrad mit dem wir unterwegs sind. Die BMW-Spezialisten von Wunderlich haben uns eine umgebaute R 1200 R mit auf den Weg gegeben: die Trophy. Optisch ein echter Leckerbissen. Die Lenkerverkleidung und Sonderlackierung in Orange im Stile der R90/S gefällt extrem gut. Überall auf der Strecke steht die Wunderlich-BMW im Mittelpunkt. Jetzt erholt sich die Trophy in der Hotelgarage und der Fahrer bei einem leckeren Essen und einem kühlen Bier. Das Wetter präsentiert sich sehr angenehm. Mit jedem Kilometer südlich stieg das Thermometer. Selbst am Abend lässt es sich mit einem Pulli locker auf der Terrasse des Lokals aushalten.

Tag 1 - den Nebel verscheuchen und die Sonne finden

Am nächsten Morgen verlassen wir die Rhone und machen uns auf in die Berge. Anfangs hüllen die sich noch in dichten Nebel, was uns auf den ersten Pässen zu langsamer Fahrweise zwingt. Besonders bedauerlich auf dem Col de la Machine, entgeht uns doch sowohl die schöne Aussicht als auch die teilweise spektakuläre Straßenführung. Besagte Straße ist nämlich größtenteils in den Fels gehauen, gesprengt und gebohrt. Es nutzt nix, die dicke Suppe will sich nicht verziehen. Wir hoffen auf Besserung und kehren auf der Strecke zu einem (oder mehreren) Heißgetränk ein, aber das Wetter zeigt kein Erbarmen. Also wieder rauf auf die Motorräder und den nächsten Col ins Visier genommen. Wenige Kilometer talwärts verzieht sich der Nebel und kommt auch nicht wieder. Strahlend blauer Himmel und die herrliche Streckenführung entschädigen für das Verpasste. Auf dem Weg zum Col de La Chau hat die Sonne sowohl Nebel als auch Wolken weg geputzt. Die kurvige Anfahrt führt durch schattige Waldstücke in denen teilweise noch Schnee liegt. Sonne, angenehme Temperaturen, kurvige und trockene Strecke und Schnee entlang der Strecke. Einfach traumhaft, spätestens jetzt ist der Winterfrust von zu Hause vergessen. Oben auf dem Pass angekommen, präsentiert sich eine Bilderbuchaussicht. Strahlend blauer Himmel, im Hintergrund ragen aus dem Dunst die schneebedeckten Gipfel heraus. Traumhaft. Unter gleichen Bedingungen geht es zum Col de Rousset. Das Grinsen des Fahrers wird immer breiter. Die R 1200 R Trophy ist der optimale Partner für den Kurvenritt. Die Sinziger BMW-Veredler von Wunderlich haben einen flacheren Lenker und die unglaublich bequeme hauseigene Gelsitzbank montiert. Die Sitzbank baut etwas höher als das Original, dadurch ergibt sich in Kombination mit dem flacheren Lenker eine deutlich fahraktivere Sitzposition. Ideal für kurvige Strecken, leichtfüßig nimmt die Trophy Biegungen aller Art. Der Boxer schiebt kraftvoll an und brummt wohlig aus der Remus-Anlage. Im Städtchen Die gibt es die erste wohlverdiente Pause. Die Temperatur hat die 20-Grad-Grenze locker überschritten. Wir kühlen uns den Kellern der ansässigen Sektkellerei ab. Die Führung ist sehr interessant. Wir erfahren viel über Flaschengärung und Lagerung des fruchtigen Schaumweins Clairette de Die. Die Verkostung muss allerdings knapp ausfallen, es liegen ja noch einige Kilometer vor uns. Die eine oder andere Flasche findet allerdings den Weg ins Gepäck und wird zu Hause verköstigt. Wir folgen dem Verlauf des namensgebenden Flüsschens La Drôme Richtung Rhonetal. Vorbei an malerischen Dörfern kommen wir schließlich an unserem Etappenziel an: das kleine Örtchen Mirmande. Wunderschön in die Landschaft eingebettet, mit all den alten Gebäuden fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.


Tag 2 - ein Col nach dem anderen

Am nächsten Morgen kehren wir dem Rhonetal wieder den Rücken und erkunden die nächsten Col’s. Über Col Lescou und dem Col de Pré Guittard führt die Straße am Fluss Arnayon entlang. Es geht durch etwas kargere Felslandschaft und eine traumhafte enge Schlucht. Hier legen wir die erste Rast ein. Zeit für Fotos und Videos. Gleich mehrfach geht es die gefühlt an den Hang geklebte Straße hoch und wieder runter. Schließlich siegt doch der knurrende Magen und wir steuern unser Ziel für die Mittagspause an: Rémuzzar. Der kleine Ort liegt direkt am Caire-Massiv. Wir sitzen in einem kleinen Lokal direkt unterhalb des Massivs am Dorfplatz in der Sonne. Die Mopeds stehen unmittelbar neben der Kneipe, das Essen ist lecker und günstig, über uns drehen ausgewilderte Geier ihre Kreise. Frisch gestärkt nehmen wir die nächsten Höhenmeter unter die Räder. Col de Soubeyard und Col de la Croix Rouge sind mit 994 m und 513 m zwar nicht hochalpin, aber mit ständigem auf und ab sehr abwechslungsreich. Pflichthalt ist in Nyons die Pont de Nyons, eine mittelalterliche Brücke über den Fluss Eygues.  Hier befindet sich eine uralte Ölmühle aus dem 15. Jahrhundert. Im historischen Ortskern reihen sich kleine verwinkelte Lädchen an einander. Die reinste Postkartenidylle. Die Fahrt geht weiter Richtung St. Ferréol-Trente-Pas. Von hieraus führt eine sehenswerte Anfahrt durch eine enge Schlucht zu unserer nächsten Unterkunft. Erschöpft gönnt sich die Gruppe ein (oder zwei) kühle Biere und am späteren Abend ein köstliches Mehrgänge-Menu.

Tag 3 - Kultur und Kurven

Den Tag 3 eröffnen wir mit Kulturprogramm. Nach kurzer Anfahrt ins Städtchen Grignan erklimmen wir das gleichnamige Schloß. Hoch auf dem Hügel thront das erhabene Gebäude und gibt einen wunderschönen Ausblick auf die Ebene rundum. Im Schloß ist es erstaunlich wie feudal die Herrschaften früher lebten, zumindest die die es sich leisten konnten. Prunkvolle Zimmer mit kostbaren Wandteppichen, riesige Hallen mit kunstvollem Parkett und verschwenderischer Pracht. Echt interessant, aber irgendwie fühle ich mich in Motorradmontur etwas deplatziert. Also nix wie rauf auf die Trophy und wieder die Straßen unter die Räder nehmen. So langsam geht es wieder nördlich, dem Ausgangspunkt der Tour entgegen. Wir entschließen uns über den Forêt de Sauo den Weg einzuschlagen. Die Einfahrt in das Tal ist von grandioser Schönheit, auf beiden Seiten flankieren mächtige Felsmassive, Troi Becs (drei Schnäbel genannt) die Ortschaft Sauo. Das Wetter wird leider zunehmend schlechter. Von der Sonne keine Spur mehr, statt dessen sieht es nach Regen aus. Also nix wie weiter Richtung Etappen- und Reiseziel. Noch einmal geht es auf über 1.000m als wir zuerst den Col de Bacchus und den Col des Limouches kurvenreich bezwingen. Oben ist es nach den sonnigen Vortagen mittlerweile empfindlich kalt, das Thermometer der Trophy zeigt knappe 11 Grad an. Die Abfahrt ins Rhonetal beschert uns noch ein paar wirkliche schöne Kurven, kurz darauf sind wir wieder in Tain L’Hermitage angelangt.

Fahrzit:

Die Drôme ist ein echter Geheimtipp für den ersten Frühlingstrip. Die Natur ist unseren heimischen Gefilden locker 4-5 Wochen voraus. Während sich bei uns der Frühling noch zurückhält, hat er in der Drôme schon längst Einzug gehalten. Der Hauptgrund für einen Besuch sind allerdings die traumhaften Motorradstrecken und die dazu abwechslungsreiche Landschaft die die Region zu bieten hat. Schroffe Felsschluchten wechseln sich mit üppiger Vegetation ab. Die meist kleinen Ortschaften fügen sich malerisch in die Umgebung ein. Hier findet man für einige Tage abwechslungsreiche Strecken. Und wer noch Zeit hat, überquert einfach die Rhone und schaut sich die Ardeche an.

Text: Matthias Hirsch

Bilder: Matthias Hirsch, Anton Sacher, Ed Smits, Michael Dietrich

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BILDER MOTORRADTOUR FRANKREICH: LA DRôME

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