TECHNISCHE DATEN

ModellIntruder C1500T, Bj. 2013-
HerstellerSuzuki
KategorieChopper/Cruiser
Zylinder54° V2-Zylinder, 4-Takt
Hubraum1462 cm 3
Bei Drehzahlk.A.
Drehmomentk.A.
Bei Drehzahlk.A.
Sekundärantriebk.A.
Anzahl Gänge5-Gang Schaltgetriebe
Federweg vorn/hintenk.A.
Reifen vorn130/80R17M/C 65H, schlauchlos
Reifen hinten200/60R16M/C 79H, schlauchlos
Sitzhöhe720 mm
Leergewicht363 kg
Trockengewichtk.A.
Zul. Gesamtgewichtk.A.
Tankinhalt18 ltr

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Suzuki Intruder C1500T

Back in Black


Back in Black-Suzuki Intruder C1500T


Mit der C1500T präsentiert Suzuki im Modelljahr 2013 einen neuen Touren-Cruiser innerhalb der Intruder-Familie. Fast komplett in Schwarz gehalten, mit Koffersatz und fest montierter Tourenscheibe will die 1500er Trudi Interessierte auf die lange Fahrt locken. Aber war da nicht schon einmal was von wegen 1500er Intruder? Richtig – Suzuki hatte 2009 die M1500R im Programm. Die diente nun als Organspender für die aktuelle C1500T. Ob es geholfen hat?

Von wegen Mittelklasse

Es gab Zeiten da war man mit einem 1500er-V2 der King of the Road. Heute reichen 1500 Kubik gerade mal zum Mittelklasse-Cruiser. Optisch ist da nix von Mittelklasse zu sehen. Mächtiger V2, breiter Tank mit Instrumentenkonsole, fetter Fahrersessel, Trittbretter, perfekt in die Linie integrierte Koffer und die recht große Scheibe ergeben ein opulentes Gesamtbild. Farbe? Ja. Schwarz. Und zwar das komplette Programm. Lediglich Scheinwerfer, Blinker und wenige Akzente sind verchromt. Die dunkle Note steht der Intruder wirklich gut. Wer noch letzte Zweifel hat ob Mittelklasse nicht doch zu mickrig ist: vollgetankt bringt die sogenannte Mittelklasse 363 kg (ohne Fahrer) auf die Waage. Auch die Bereifung hat mal gar nichts von Zurückhaltung. Vorne dreht sich ein 130er auf 17 Zoll, hinten ein 200er auf derer 16.

Motor C1500T

Wie gesagt, im Grunde genommen ein alter Bekannter. Allerdings wurde der V2 laut Suzuki nochmal deutlich überarbeitet. Die 1.462 Kubik sind für 79 Pferde gut. Das maximale Drehmoment von 131 NM liegt bereits bei 2.600 Umdrehungen an. Geschaltet wird über ein 5-Gang-Getriebe, das Hinterrad treibt ein Kardan an. Der Motor läuft voll im Wohlfühlbereich. Vibrationen sind kein großes Thema, aber gerade so vorhanden das aus dem Triebwerk kein langweiliger Säusler wird. Gleiches gilt für den Sound. Die beiden Auspuffrohre im Slash-Cut-Design bollern angenehm tief und druckvoll, schön basslastig. Stets vernehmbar, aber nicht nervig laut. 

Fahrwerk und Fahreindruck

Die dicke Bereifung lässt einen in Sachen Handlichkeit einiges befürchten. Die Federwege mit 130mm vorne und 108 hinten machen auch nicht viel Hoffnung. Dafür versprechen die Eckdaten des potenten Ballermanns im Rahmengebälk ja einiges an Vortrieb. Also wieder einmal ein potenter Motor in einem schaukligen Fahrwerk? Mitnichten. Man kann sogar sagen: verkehrte Welt. Wieso? Dies liegt zum einen am Motor. Die Power geht grundsätzlich in Ordnung. Was die Sache gewöhnungsbedürftig macht, ist die viel zu lange Getriebeübersetzung. Es fühlt sich so an als hätten die Herren Ingenieure in Japan das 6- zu einem 5-Gang-Getriebe gemacht, indem sie einfach den ersten Gang weglassen. Man fährt die C1500T nämlich immer einen Gang niedriger als mein es bei einem Cruiser gewohnt ist. Den 2. zieht man locker bis 70 Sachen, den 3. ohne Probleme über 90. Das Merkwürdige daran: man hat nie das Gefühl die Intruder zu quälen oder auszuwringen. Der 4. Gang deckt alles bi 120 ab, der 5. ist reiner Overdrive. Anfangs ungewohnt, will man cruiserlike doch früh hochschalten. Dann gibt’s allerdings nur Ruckelei und wenig Vortrieb. Schnell fährt man die Gänge länger und schon geht es flott voran. 

Damit kommen wir zur nächsten Überraschung. Das Fahrwerk der C1500T verträgt nämlich richtig flott. Die dicken Schlappen erweisen sich nicht als Handling-Verhinderer. Im Gegenteil, die Suzuki lässt sich trotz mehr als 7 Zentner Gewicht richtig flott in Schräglage bringen. Das Fahrwerk ist dabei angenehm straff gedämpft und hält den Dampfer gut auf Kurs. Schnell hat man den Dreh raus und es geht behände über die kurvigen Strecken im Hinterland der portugiesischen Algarve. Eigentlich hatten wir uns auf gemütliche Runden eingestellt, dass daraus eine flotte Landpartie wurde, zeigt die Qualitäten der Suzuki. Wer jetzt seinen Supersportler eintauschen möchte, sei dennoch gewarnt. Wir sprechen immer noch von einem Cruiser. Die Schräglagenfreiheit ist nicht wirklich hoch. Nach Trittbretterschleifen kommt deren Ausleger und damit zwangsläufig Bodenkontakt. Die einsame Scheibe im Vorderrad hat so ihre Mühe mit dem Gewicht. Befriedigende Verzögerung stellt sich nur unter gemeinsamer Betätigung mit der Hinterradbremse ein. 

Auf langen Strecken ist das Windschild eine Wucht. Der Fahrer sitzt völlig geschützt, lediglich der Helm bekommt den Luftstrom ab. Wer die Scheibe abnehmen möchte, muss 4 Schrauben lösen. Die Koffer bieten ausreichend Stauraum für das Gepäck des Fahrers. Bei 2 Personen kann es eng werden. Angesichts des schmalen Sitzkissens für den Mitfahrer, bleibt die Intruder wohl ein Fall für einen.

Fahrzit

Die C1500T hat richtig Laune gemacht. Der Antrieb ist zwar ob der langen Übersetzung gewöhnungsbedürftig, sorgt aber dennoch für guten Vortrieb. Das Fahrwerk ist nach Cruiser-Maßstäben ein echtes Brett und erlaubt ungewohnt flotten Vortrieb. Scheibe und Koffer legen Tourentauglichkeit oben drauf. Was wir uns wünschen? Eigentlich 2 Dinge. Erstens: eine kürzere Übersetzung für die 1.500er. Und zweitens: dieses Fahrwerk für die 1.800er.

Text: Matthias Hirsch

Bilder: Suzuki

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BILDER SUZUKI INTRUDER C1500T

Suzuki Intruder C1...
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