TESTBERICHTE
Kawasaki ER-6n
Fahrspaß für jedermann
Der extra für dieses Modell entwickelte Paralleltwin leistet 72 PS am Hinterrad. Das klingt nicht viel, bietet aber genügend Drehmoment, um ein paar Schaltvorgänge weniger zu benötigen. Präziser? Genau 66 NM bei 7.000 U/Min. Klingt nicht viel, aber genau hier liegt die Stärke der ER-6. Die 4-zylindrige Konkurrenz hat ähnlich Drehmomentwerte, allerdings bei deutlich höheren Drehzahlen. Eine 650er Bandit hat ihre 62 NM erst bei 8.900 U/Min beisammen. Auf der Straße bedeutet dies einen wesentlich besseren Durchzug aus niedriegen Drehzahlen. Dank der sanften Leistungsentfaltung umschmeichelt die ER-6n auch die Zielgruppe der Fahranfänger, für Fortgeschrittene ist sie hingegen ein echtes Spaßbike und gern auch Stunt-Werkzeug. Der Twin läuft tatsächlich mit weniger Vibrationen. Den samtweichen Lauf eines 4-Zylinders sollte man allerdings nicht erwarten.
Für den Hausgebrauch hätten Fahrwerk und Chassis der alten ER-6n gereicht, Kawasaki wollte aber lieber ein unterhaltsames Kurvenräuberpaket schnüren. Die Ursprungsversion war insgesamt doch zu soft ausgelegt. Das Fahrwerk geriet da schonmal an die Grenzen. Die aktuelle Version der Kawasaki ER-6n ist erheblich straffer abgestimmt. Allerdings bei weitem noch nicht sportlich hart. Die Dämpfung ist ok, bei hohem Tempo kann die Feder aber immer noch durchschlagen. Allerdings in überschaubarem Rahmen, niemals unkontrollierbar. Es gilt weiterhin: Anfänger werden ihre Freude an dem einfachen Handling haben. Und Geübte können mit der ER-6 jetzt noch besser räubern als zuvor. Die Kawa fegt wieselflink um die Ecken, das Handling ist absolut begeisternd. Die aufrechte Sitzposition und der breite Lenker verstärken diesen Eindruck noch. Auf der Autobahn ist es mit dem Spaß dann allerdings schnell vorbei. Hier macht sich der fehlende Windschutz bemerkbar. Aber wer kauft sich schon ein Nakebike um auf der Autobahn Kilometer zu fressen.
Die Doppelscheiben vorne sehen nicht nur chic aus, sie funktionieren auch prächtig. ABS ist leider nicht erhältlich. Schade, die Konkurrenz bietet hier i.d.R. den Blockierverhinderer optional oder immer öfter auch serienmäßig an. Die immer noch softe Gabel taucht bei harten Bremsmanövern tief ein. Letztendlich aber auch nicht mehr als bei der Konkurrenz.
Die Instrumente sind wie so oft heuzutage eine Kombi aus analoger und digitaler Anzeige. Insgesamt ist alles notwendige vorhanden und gut zu bedienen bzw. abzulesen. Die Liste der möglichen Zusatzaustattungen ist recht kurz. Erwähnenswert: vor allem die niedrigere Sitzbank. Die Verarbeitungsqualität passt, die Lackierung wirkt wertig, das Motorrad macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Der Twin gilt ohnehin als standfest, regelmäßige Pflege vorausgesetzt. Die ER-6n wird 2010 in den Farben Lime-Green, Pearl Blazing Orange und Ebony angeboten. Wir nennen es einfach Kawa-Grün, Orange und Schwarz. 6.795 Euro muß man beim Kawa-Händler für die ER-6n lassen. Fazit
Die ER-6n begeisterte von Anfang an. Kawasaki hat gut daran getan die ER-6 an den richtigen Stellen zu verbessern ohne das Konzept grundlegend zu verändern. Auch die neue ER-6n ist auf Anhieb als solche zu erkennen. Der Motor begeistert weiterhin und legte gleichzeitig die lästigen Vibrationen ab. Das Fahrwerk ist immer noch sehr handlich und lässt sich dank strafferer Abstimmung noch flotter bewegen. Alles in allem ein Paket das sowohl Einsteiger als Fortgeschrittene begeistert. Und der Preis ist durchaus angemessen. Das einzige was fehlt ist ABS. Aber Kawasaki hebt sich dies sicher für das nächste Update auf.
Weitere Testberichte Kawasaki Naked Bike
Weitere Testberichte Naked Bike


0