TESTBERICHTE
Helmtest Baehr Sonic S2 Blue-Line
Gespräche unterwegs

Wunder der Technik
Der Einstieg in diese neue Blue-tooth-Technik bringt einige Vorteile in Sachen Kommunikation auf dem Motorrad: Keine Kabelverbindungen mehr und simple Einhandbedienung. Sender- und Empfängergerät sind bereits im Helm integriert und finden sich nach dem Einschalten gegenseitig automatisch. Ein blinkendes grünes Lämpchen am hinteren Ende des Helms – gut sichtbar für den Sozius während der Fahrt – signalisiert die Einsatzbereitschaft. Die etwas exponierte Blackbox, ebenfalls hinten am Helm, beherbergt den Akku und dient gleichzeitig als Bedieneinheit.
Plauderstunde
Haben sich Fahrer- und Soziushelm virtuell „gefunden“, heißt es nur noch Aufsetzen, losfahren und weiterquatschen. Der Anschluss ans Bordnetz entfällt, durch die integrierten Akkus, die natürlich regelmäßig aufgeladen werden wollen. Durch kurzes Pusten in das Mikrophon im Kinnteil wird die Kommunikation aktiviert – wenn einige Zeit nicht gesprochen wird, geht das System von selbst auf „stand by“-Modus. Über das Bedienelement am Hinterkopf mit den eurogroßen Tasten können das Ein- und Ausschalten, sowie die Lautstärke während der Fahrt geregelt werden. Wobei der Helmträger bei der schwergängigen Mechanik schon kräftig gegenhalten muss, damit ihm der Kopf nicht „weggedrückt“ wird.
Grenzen der Technik
Ist einmal alles eingestellt, kann man sich tatsächlich genauso unterhalten, als säße man im Auto nebeneinander. Kein Brüllen nötig, die Lautsprecher sind gut über den Ohren positioniert und auch mit Gehörschutz sehr gut zu verstehen. Auch das Mikro ist empfindlich genug, um jedes Räuspern zu übertragen. Jede Technik hat aber ihre Grenzen und diese beginnt beim BlueCom bei 100 km/h. Die erheblichen Windgeräusche werden trotz des Topspoilers so störend, dass man sich kaum noch versteht. Spätestens bei 110 km/h ist endgültig Schluss – ab hier sollte sich der Fahrer aber vielleicht ohnehin mehr auf den Verkehr konzentrieren als um die Kommentare des Beifahrers kümmern.
Wer außerdem ein Handy mit aktivierter Blue-tooth-Funktion bei sich trägt, kann unterwegs auch damit telefonieren – leider verband sich im Testbetrieb der Fahrerhelm teilweise auch ungewollt mit dem Telefon anstatt mit dem Soziushelm. Weitere Blue-tooth-Geräte also am besten ausschalten.
Jenseits der Technik
Nun ist das Kommunikationssystem des Sonic etwas besonderes, aber ein Helm in dieser Preisklasse braucht natürlich noch weitere Features und die hat der Sonic auch. Im Sommer besonders hilfreich: Eine integrierte Sonnenblende kann mit einem kleinen Hebel am Kinnteil während der Fahrt heruntergeklappt werden und ersetzt perfekt die Sonnenbrille beziehungsweise ein getöntes Visier. Die Aerodynamik bekommt allerdings nur ein befriedigend, da sich der Sonic trotz des Topspoilers ab 150 km/h stark aufschaukelt. Die Passform an sich ist aber angenehm, dank der dicken Riemenpolsterung und dem schmalen Einstieg. Auch das herausnehmbare und waschbare Innenfutter ist ohne störende und auf Dauer drückende Knöpfe oder Klettverbindungen so geschickt eingearbeitet, dass das technische Innenleben nicht stört.
Fazit
Der Sonic hält, was er verspricht. Wer sich in die wirklich nicht komplizierte Technik eingefunden hat – auch ohne Bedienungsanleitung möglich – kann kabellos bis 100 km/h mit seinem Sozius sprechen, Musik hören oder telefonieren. Was man sich eigentlich alles sagen will unterwegs, merkt man tatsächlich erst, wenn man die Gelegenheit dazu hat!
Plus/Minus
- sehr hohes Gewicht
- Leichte Funktionsstörungen mit Handy
+ auch für Gehörschutz geeignet
+ einfach Bedienung
+ ohne Bordnetz zu betreiben
+ gut für Brillenträger geeignet
Ausstattung: Antibeschlagvisier, Klick-Verschluss; herausnehmbares Innenfutter, auswechselbare Wangenpolster; getrennte Visier- und Kinnbelüftung; Spoiler am Hinterkopf; mit Klettverschluss abnehmbarer Windabweiser am Kinn, Integrierte Sonnenblende (Einhandbedienung, herausnehmbar), ausgestattet mit Bluetooth Headset zur Kommunikation mit dem Beifahrer und dem drahtlosen Anschluss verschiedener Bluetooth Gerät wie Mobiltelefon, Navigation, MP3 Player ect.
Größen: XS (54) bis XXL (64)
Farben: schwarz-anthrazit, alu-anthrazit, kobald-anthrazit, rot-anthrazit
Außenschale: Axialfiber (GFK)
Gewicht: 1500 Gramm
Preis: 649 Euro
www.baehr.net/sonic.htm
Text: Franziska Weigt
Fotos: Pabi, Franz I.

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