TECHNISCHE DATEN

ModellR 1200 C, Bj. 1997-2004 (R1200C)
HerstellerBMW
KategorieChopper/Cruiser
Zylinder2
Hubraum1170 ccm
Leistung45 kw
Bei Drehzahl5000 U/Min.
Drehmoment98 NM
Bei Drehzahl3000 U/Min.
SekundärantriebKardan
Anzahl Gänge5
Federweg vorn/hinten144/100
Reifen vorn100/90-ZR18
Reifen hinten170/80-ZR15
Sitzhöhe740 mm
Leergewicht256 kg
Trockengewicht236 kg
Zul. Gesamtgewicht450 kg
Tankinhalt17

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TESTBERICHTE

BMW R 1200 C Avantgarde

King of the Hill


King of the Hill -BMW R 1200 C Avantgarde


Die BMW R 1200 C über 1.000 km durch die deutschen, österreichischen, italienischen und slowenischen Alpen zu scheuchen, mag nicht unbedingt ganz im Sinne des Erfinders gewesen sein. Wer allerdings ein Motorrad wirklich beurteilen will, sollte ihm schon ein wenig genauer auf den Zahn gefühlt haben als es nur mal eben zur nächsten Eisdiele zu manövrieren.

Coole Cruiserhaltung

Dass der Cruiser, in unserem Testfall ein schickes Avantgarde Modell, besonders gut gediehen ist, um auf den Boulevards dieser Welt die neugierigen und bewundernden Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer auf sich zu ziehen, dürfte jedem spätestens seit dem Auftritt unter James Bond in "Tomorrow Never Dies" klar sein. Wie es aber um die Alltagstauglichkeit, die Tourenqualitäten und das Fahrverhalten auch auf teilweise flotteren und kurvigen Etappen bestellt ist, galt es herauszufinden. Etwas befremdlich ist es schon, derart positioniert auf einer BMW Platz zu nehmen. Die Hände greifen nach den dicken, weit auseinanderliegenden, heizbaren Lenkerenden, der linke Fuß tastet ganz vorn nach der Raste, um sie dann noch weiter vorn als vermutet vorzufinden. Lässt man dann den E-Starter seiner Aufgabe nachkommen, ist deutlich das Aufstellmoment der, quer zur Fahrtrichtung rotierenden Kurbelwelle, welche von zweimal je 585 ccm Hubraum angetrieben wird, merkbar. Der Sound ist sehr verhalten und lässt ehrlich gesagt noch kein Lowrider-Feeling aufkommen. Legt man den ersten Gang ein, vermisst man das fette "Klonk" der übrigen BMW Modelle. Kein Wunder, der Gang ist nämlich noch nicht "drin"! Was ebenso BMW-typisch ist und sich nach einigen tausend Kilometern, wenn das Getriebe erst eingefahren ist, gibt - wie erfahrene BMW- Treiber zu berichten wissen. Mit etwas Nachdruck und leichtem Anrollen wird's doch noch was. "Klonk"! Jetzt geht's los. Der Cruiser schiebt mich nicht gerade spektakulär, aber doch mit Nachdruck durch das noch verschlafen wirkende Alpendörfchen auf die ersten Serpentinen zu. Vor mir eine R 1100 S. "Da bleib ich doch mal dran!", lautet mein kühner Vorsatz. Bergab kein Problem. Den Geradeausstücken, die in erhaben cooler Cruiserhaltung zügig zurückgelegt werden können, folgt das durchaus späte Anbremsen der engen Kehren. Das ABS surrt und zählt artig den Durchlauf seiner Zähnchen und der Sportler vor mir bremst auch nicht viel später. Aus den Serpentinen heraus beschleunigt die 259 kg schwere Fuhre ordentlich. Man hat nur Probleme, die Drehzahl wirklich einzuordnen. "Muss ich schalten, oder kommt noch was?" Ich entscheide mich für ersteres, denn die R 1200 C hat schließlich Hubraum satt und wird folglich "untenrum" am meisten zu bieten haben.

Das maximale Drehmoment von 98 Nm liegt bereits bei 3.000 U/min an. Vor dem Überholen also am besten hoch und nicht runter schalten! Beherzigt man dieses Wissen kommt sofort riesiger Fahrspaß auf.


Man brabbelt bei Sonnenschein durch das herrliche Alpental. Bei höheren Geschwindigkeiten und entsprechendem Winddruck von vorn hilft es, das "Soziusbrötchen" hochzuklappen und so als Rückenlehne zu gebrauchen - noch gemütlicher! Mit Tempo 130 auf der Autobahn dahinzugleiten ist ebenfalls angenehm. Der Motor hat genug Kraftreserven, um flotte Überholmanöver einzuleiten, alles was jedoch jenseits von 150 km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h abläuft grenzt an Masochismus und formt bestenfalls ein prima Windgesicht.

 

Schluss mit der Rennerei

Endlich taucht der erste 2.000er auf. Flotte Serpentinen schlängeln sich dem Pass entgegen. Rüde kratzen die Fußrasten über den Boden und vermelden recht früh das Ende der Schräglagenfreiheit. War ehrlich gesagt zu erwarten und ist für einen designierten Cruiser nicht weiter schlimm. Was hingegen so langsam nervt, ist die Position der Füße. Bereits Schuhgröße 43 stellt den Fahrer vor Probleme. Durch die nach vorn verlegten Fußrasten und die daraus resultierende Fußstellung berühren noch vor den Rasten die Hacken des Fahrers die Fahrbahn. Weiter nach vorn-oben kann man nicht, der Zylinder wegen. Und auch der Platz über dem Schalthebel ist dadurch begrenzt. Um zum Hochschalten unter ihn zu gelangen, ist gar regelmäßige Sprunggelenksgymnastik oder das Tragen von Balettschühchen Pflicht. Diese Sitzposition, kombiniert mit der in Werkseinstellung viel zu weichen und unterdämpften Hinterhand führt selbst in weiten und nur etwas welligen Kurven schnell zum Bodenkontakt von Rasten, Seitenständer oder eben Füßen des Fahrers. Der Cruiser schaukelt sich dabei gern auf und neigt auf gröberen Unebenheiten gar zum Springen. Da hilft nur das, unter dem linken Chromseitendeckel untergebrachte Bordwerkzeug weiter. Die Federvorspannung muss erhöht werden. Diese Maßnahme beseitigt dann zwar das schwammige Feeling, fördert aber wiederum die Springerqualitäten. Schluss mit der Rennerei! Also lieber ganz easy weiter bergauf und die Aussicht genießen. Dafür ist der Cruiser schließlich konzipiert und dabei fühlen sich Fahrer und Maschine folgerichtig eindeutig am wohlsten. Hat man sich erst auf ein solches Tempo eingeschossen, gibt es eigentlich nichts mehr zu monieren. Man hat einfach Spaß am Fahren. Dass diese BMW auch optisch richtig was her macht, merkt man spätestens, wenn man an einer der alpinistischen "Jausestationen" Halt macht. Die geschwungenen Linien, jede Menge Luft in der Silhouette, eine durchaus ansprechende Lackierung und pfiffige Detaillösungen ziehen alle Blicke der "Touris" auf den Cruiser. Nur über dieses billig aussehende und wackelig angebrachte Handrad zur Tageskilometer-Rückstellung ärgern sich Auge und Tastsinn des Fahrers. Nach ungefähr 240 Kilometern leuchtet das Reservelämpchen im Cockpit endlich richtig auf. Bereits einige Male vorher schien es, als wäre dort bereits ein leichtes Glimmen sichtbar - optische Täuschung. Doch wenn man erst weiß, wie es leuchtet wenn es leuchtet, weiß man auch, wann es leuchtet. Noch lange kein Grund, direkt zur Tankstelle zu fahren. Bis Kilometer 295 brabbelt der Motor lustig vor sich hin. Dann ist endgültig Schluss und ich darf die letzten 5 Kilometer zur Tankstelle in Kranjska Gora schieben. Zum Glück sind wir schon über den 1.650 Meter hohen Vrsic-Pass hinweg, sonst wär's wohl mühsam geworden. Es passen genau 17,43 Liter in den Tank. Eine etwas umständliche und schweißtreibende Art, die Herstellerangabe zu überprüfen, aber sie stimmt. Das Spritbehältnis selbst ist aus Stahl und ermöglicht so das problemlose Anbringen und Mitführen eines Magnettankrucksacks. In die schicken Koffer mit Lederbezug passt nicht die Welt, aber sie sind ausreichend groß, um das Kulturtaschenprogramm für einige Tage, einen Fotoapparat und eine Jeans verstauen zu können. Am nächsten Testtag verliere ich ganz zufällig den Anschluss an die Gruppe und kann endlich bei gnadenlosem Sonnenschein mein eigenes Tempo durch die wunderbaren Täler und Schluchten fahren. Gemütliches Dahingleiten liegen dem Cruiser und mir doch am meisten. Und wer fährt denn nicht auch schon mal gern, einfach nur so, eben zur Eisdiele?

 

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BILDER BMW R 1200 C AVANTGARDE

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BMWR1200CAvantgarde_3
BMWR1200CAvantgarde_2
BMWR1200CAvantgarde_1
BMW R 1200 C Avant...

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