TESTBERICHTE
BMW K1300 GT
Fern – Schnell – Gut

Riesige Münchnerin
So, jetzt ist also die BMW K 1300 GT dran. Mal gespannt. In den Anfangszeiten meiner Motorradzeit war die K 100 LT gerade aktuell und hat so ziemlich alle Preise abgeräumt die es zu vergeben gab. Mir hat sie nie gefallen. Zu glatt, zu perfekt und zuviel gelobt. Natürlich bin ich nie eine gefahren, war mir aber absolut sicher daß es nix für mich ist. Jetzt stehe ich mit all meinen Vorurteilen vor dem Urenkel und freue mich richtig auf den anstehenden Test. Die Eckdaten sind viel versprechend, die 80er lange her und ich mittlerweile soweit, dass ich ein Moped erstmal fahren will bevor ich es in eine Schublade packe.
Da steht sie nun. Die K 1300 GT ist vor allem mal ein riesiges Motorrad. Die Ausmaße der Verkleidung haben auf den 1. Blick fast beängstigende Formen. Sehr breit ist auch die seitliche Verkleidung, man verschwindet fast komplett dahinter. Ansonsten: alles sehr sauber verarbeitet, schicke 2-farbige Lackierung und perfekt in die Linie eingefügte Koffer. An beiden Lenkerenden: eine Unzahl von Schaltern, erstmal sortieren. Die K 1300 GT hat einen Blinkerschalter! Die Betonung liegt auf einem Schalter. Wie man es von anderen Motorräder gewohnt ist: blinken und zum Abschalten draufdrücken. Vorbei sind die Zeiten in denen Nicht-BMW-Fahrer an der Abschaltung der Blinker verzweifelt sind. In der Bedienung ein deutlicher Fortschritt. Was findet sich sonst noch an der linken Lenkerhälfte? ESA, ASC, Bordcomputer, Tempomat, Warnblinkschalter, elektrische Scheibenverstellung und Lichthupe. Nein, wir haben kein Auto von BMW getestet, wir reden immer noch von der K 1300 GT. Um die Verwirrung komplett zu machen: rechts finden sich der Starterknopf samt Killschalter, Griff- und Sitzheizung. Immer noch nicht genug Schalter? Der Beifahrer kriegt auch noch einen. Hinter der Sitzbank ist der Schalter für die 2-stufige Sitzheizung für den Sozius zu finden. Einen Schalter habe ich übrigens nicht gefunden: den für das Fernlicht. Mangels Bedienungsanleitung bis heute nicht. (Anm. d.Redaktion: Der Fernlichtschalter befindet sich vorne an der linken Armatur. Für Lichthupe den Schalter nach hinten ziehen, für Fernlicht Schalter nach vorne klappen)Ach ja: Xenonlicht ist auch an Bord, ABS sowieso. Die Sitzbank lässt sich mit wenigen Handgriffen in der Höhe verstellen. Auch der Lenker ist höhenverstellbar. Lediglich 2 Schrauben mit dem Bordwerkzeug lösen und schon kann man um mehrer Zentimeter nach oben oder unten variieren.
Wow. Das nennt man dann wohl eine komplette Ausstattung, wie üblich ist ein Großteil aufpreispflichtig. Wer hätte zu den seligen Zeiten der K 100 LT von so einer Ausstattung auch nur zu träumen gewagt. Aber jetzt eines nach dem anderen. Fangen wir mit ESA an. Das elektronische Fahrwerk lässt sich während der Fahrt in die Modi "Komfort", "Normal" oder "Sport" versetzen. Zusätzlich kann noch die Belastung eingestellt werden: "Fahrer", "Fahrer und Beifahrer", "Fahrer mit Gepäck", usw. Doch dazu später mehr. Mit "Info" ruft man den Bordcomputer ab: Durchschnittsverbrauch und –Geschwindigkeit, Restreichweite, Reifendruck, Außentemperatur oder auch einfach nur die Uhrzeit. Nettes Gimmick, zumal die Restreichweite wirklich gute Dienste tut. Gleiches gilt für den Tempomat. Auf der Autobahn sehr praktisch. Das elektrische Windschild lässt sich auch während der Fahrt stufenlos verstellen. Die Einstellung reicht von gutem Windschutz bis „man kriegt nix mit“. Mit der Griffheizung hatte ich gerechnet. Wer je bei nasskaltem Wetter mit durchgeweichten Handschuhen unterwegs war, wird die Griffheizung nie mehr missen wollen. Aber jetzt: Hallöchen Popöchen, meine erste Sitzheizung auf einem Motorrad. Ja, sie funktioniert. Allerdings kann ich aufgrund der warmen Temperaturen und daher mangelndem Einsatz nicht mehr dazu sagen. Meine Beifahrerin war allerdings auf Anhieb begeistert. Die serienmäßigen Koffer bieten ordentlichen Stauraum, zusätzlich befindet sich in der Verkleidung noch ein kleines und sehr praktisches (abschließbares) Staufach.
All diese Dinge summieren sich natürlich zu einem ordentlichen Preis. Für die BMW K 1300 GT sind grundsätzlich 17.800 Euronen zu berappen. Farbmäßig hat man die Wahl zwischen Magnesium-Beige-metallic, Royalblau-metallic und Red-Apple-metallic. Die Sonderausstattung der Testmaschine schlägt wie folgt zu Buche: ESA 740 Euro, ASC (Automatic Stability Control) 300 Euro, Xenon 360 Euro, Griff- und Sitzheizung je 205 Euro, Bordcomputer 145 Euro und Tempomat 310 Euro. Im Paket kann man alle genannten Optionen bis auf ASC für 1.700 Euro erwerben, macht also insgesamt 19.800 Euro für den freundlichen BMW Händler. Immerhin bekommt man mit einem Leergewicht von 255 kg auch einen ordentlichen Gegenwert. Voll getankt bringt die K 1300 GT dann 288 kg auf die Waage. Die Zuladung kann sich mit 232 kg absolut sehen lassen. Der Motor sollte mit dem Gewicht auch unter voller Beladung keine Mühe haben. 118 KW (160 PS) und 135 NM bei 9.000 respektive 8.000 Umdrehungen versprechen heftige Beschleunigungswerte und reichlich Punch aus dem Keller. Ein 6-Gang-Getriebe bringt die Leistung auf die Straße. Die Werte der 1200er liegen im Vergleich bei 112 KW (152 PS) und 130 NM bei 9.500 und 7.750 Umdrehungen.

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