TESTBERICHTE
BMW F800R
Funbike mit Ecken und Kanten
Die 798 Kubik bieten eine schöne Mischung aus Kraft vom Drehzahlkeller her und zur Verfügung stehenden PS. Je härter man anreisst, desto aufregender wird die Fahrt. Für die Landstraße ist die Dämpfung perfekt, auch wenn es mal über Hinterlandgässchen geht. Ab 5.000 U/Min dringen allerdings feine Vibrationen durch den Lenker und die Fußrasten – aber man gewöhnt sich dran.
Die F800R ist straff und präzise im Handling. Rahmen und Federung sind eindeutig zusammen entwickelt und perfekt aufeinander abgestimmt. Anbremsen, um die Kurve scheuchen – die F800R ist kompakt und solide – und alles fühlt sich prima an. Die hinteren Dämpfer sind etwas weich, aber in Federvorspannung und Dämpfung vernünftig einstellbar. Die niedrige Sitzposition macht die F800R zusätzlich zum prima Straßenräuber.
Um die F800R im preisgünstigerem 600er Segment anzusiedeln, kommt sie in rudimentärer Ausstattung daher, was Federelementen und den erstaunlichen Bremsen aber keinen Abbruch tut. Wer zusätzliches Geld investieren möchte, kann aus einem ganzen Pool aus Extras und Zubehör wählen, wie zum Beispiel: Onboard Computer, Reifendruckanzeige, ABS, verstellbare Sitzbank, Windschild und Bugspoiler.
Alles in allem eines der besten zusammenstellbaren Bikes von BMW überhaupt. Alles passt perfekt zusammen, Zubehör und Lackierungen sind hübsch. Aber welches Bike ist das schließlich nicht, wenn es neu ist? BMW ist für seine Qualität berühmt, aber in den letzten drei, vier Jahren hat es trotzdem immer mal wieder Beanstandungen gegeben. Für den Motor spricht immerhin, dass er in weiteren vier Modellen verbaut und längst bewährt ist.
Das Gute an BMW Motorrädern außerdem: sie haben, selbst mit hoher Kilometerleistung, einen hohen Wiederverkaufswert, allerdings nur, wenn sie Scheckheft gepflegt sind.
Weitere Modelle: Die F800R basiert auf der F800S mit Halbschale, hat aber eine versteifte Zweiarmschwinge. Die Tourensportler-Version heißt, eh klar, F800ST. Der gleiche Motor ist auch in der konsequenten Dakar-F800GS und der softeren F650GS (ja, wirklich, trotz der 798 Kubik!) verbaut.
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