TESTBERICHTE
Aprilia Shiver – 2010
Sportliches Update
Die Brembo Bremsen sind serienmäßig, das seitliche Federbein hinten ist voll einstellbar. Zusätzlich zum Ride-by-wire-System gibt es noch drei weitere Fahrmodi: Sport, Touren und Regen. Zwischen den dreien kann während der Fahrt gewechselt werden. Das LCD-Display ist gleich geblieben und kann von der Fernbedienung auf der linken Lenkerseite bedient werden.
Der Motor der Shiver scheint unverändert zu sein, obwohl Aprilia angibt ein wenig an der Einspritzung und dem Drive-by-wire-System herum gespielt zu haben um das Ansprechverhalten sanfter zu gestalten. Leistung und Drehmoment sind also gleich geblieben - 95 PS und 79 Nm – das reicht locker für Spitzengeschwindigkeiten von über 200 km/h. Um flott um die Kurven zu pfeifen, muss man die Shiver keinesfalls in den roten Bereich jagen, der V2 stellt auch in niedrigen Drehzahlen ordentlich Drehmoment zur Verfügung.
Durch die niedrigere und schmalere Sitzbank sitzt der Fahrer nun mehr im als auf dem Motorrad. Das Fahrwerk ist für 2010 etwas straffer eingestellt, die zurückverlegten Fußrasten geben der Shiver einen sportlicheren Touch. Die progressiven Bremsen packen fest zu, sind aber nichts um über lange Distanzen sportlich zu fahren. Für den täglichen Einsatz taugen die Stopper aber prima. Bei der Landstraßenhatz verzögern die Bremsen zuverlässig, verlangen aber nach einem beherzten Zugriff. ABS gibt es leider nur optional.
Die straffere Abstimmung des Fahrwerks hat der Shiver gut getan. Sie liegt insgesamt deutlich satter auf der Straße ohne deshalb bretthart zu sein. Insgesamt ein gelungener Kompromis, bleibt doch der Komfort nicht auf der Strecke. Die sportlichere Sitzposition passt sich da nahtlos ein. Auf der Landstraße ist die Shiver dann endgültig in ihrem Element. Das Aprilia Motorrad fährt sich wunderbar einfach und handlich, der Motor ist allererste Sahne. Dreht sauber oben raus, bietet aber gleichzeitig ordentlichen Punch aus niedrigen Drehzahlen. Bedenken ob die 750 Kubik auch wirklich ausreichen, kann man getrost beiseite schieben.
Obwohl die Shiver nur 8.099 Euro kostet, kommt sie einem nicht billig vor. Aprilia hat seine Qualität in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert, die Shiver ist der beste Beweis dafür: Stahl-Alu-Mix-Rahmen, Aluminium beschichtete Kastenschwinge, toller Qualitätslack. Und die Standhaftigkeit des 750 Kubik wassergekühlten V-Twins stellt sowieso niemand in Frage. Das ABS kostet 500 Euro Aufpreis und ist mit Sicherheit eine lohnende Investition.
Fazit:
Die Aprilia Shiver ist der lebende Beweis: weniger ist manchmal halt doch mehr! Die Shiver vereint das Handling einer 600er mit der Power einer 1000er. Der V2 macht es möglich. Mehr Motorrad braucht man tatsächlich nur für den Windschutz oder den Beifahrer. Preislich ist die Shiver mit 8.099 Euro absolut interessant, die 500 Euronen für ABS sollte man gleich dazupacken.

